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Freitag, 2. Mai 2014

katapultierte löwenzähne fliegen im hubschrauber durch den kleistpark

kennt ihr claudia scholl? ihren karton-zauber? der liegt auch bei mir im regal, oder hat sich bereits ausgebreitet auf diverse regale, und die inneren ideenschubladen sowieso. als wir heute wieder so ein leckeres eis in der elßholzstrasse geschleckt haben, fiel mir wiederholt eine "neue" druckwerkstatt auf und jetzt hab ich, google sei dank, das rätsel gelöst: neu stimmt gar nicht, claudia scholl und anne kanis haben ihre werkstatt für karton & druck bereits vor einiger zeit eröffnet. der kleine begleiter und ich waren uns einig, dass ich da mal anrufen werde.
aber wir sind auch gnadenlos, wir "klauen" uns ideen aus dem schaufenster und warten nicht. wir haben einen furchtbar kreativen tag verbracht und draussen im park gebastelt, nachdem wir unser persönliches bastelkit in den rucksack gestopft haben:


länger schon in der ideenschublade befindet sich ein katapult, allein schon das wort erfreut sich grosser beliebtheit. ausserdem ist es grosses thema bei löwenzahn und seidenpfote, für die ich janosch gerade wieder sehr verehre, mal wieder, schon wieder, egal.




es wurden also parallel gleich zwei kits verarbeitet, mit viel tape und pünktchen, auch wie immer. neben dem katapult aus bastelstäbchen (wir sammeln strohhalme, aber keine eisstiele) sollte es ein "mama, wie hiess das nochmal?" - "helikopter" (da hat frau den salat, wenn sie immer nur hubschrauber sagt, und wo ist da eigentlich der unterschied? da frag ich mal meinen grossen kleinen bruder.) werden. mit landeplatz. ehrlich gesagt, ich weiss ja nicht, wie die konstruktion im kit von frau scholl geplant war, aber unsere propeller-befestigung braucht nochmal technische überholphasen. vielleicht sind wir morgen bereits schlauer.



unser model ist übrigens fridolin, für den wir auch schon geburtstag gefeiert haben. was für ein segen für so eine ü-ei-figur. die sollte sich mal was bei denken.

jedenfalls, was wir gebraucht haben:
pappe für den landeplatz und etwas dünnere für die propellerblätter und die füsse
streichholzschachtel
zahnstocher
knete zur inneren befestigung des propellerstabes
tape, klebchen, ...
eine schere.



wenn mensch dann keine lust mehr hat auf fridolin, oder wieder mal die frage hören möchte "wo ist eigentlich fridolin?" mit anschliessender wohnungsweiten suche, dann nehme mensch das katapult und entledige sich kleiner kreaturen. es funktioniert prächtig. 
material:

9 stäbchen
1 flaschendeckel
5-6 gummis (doppelt hält bzw. spannt besser)
sekundenkleber

weitere fragen des tages:
"mama, warum heisst der kleistpark eigentlich kleistpark?"
"mama, wie macht man schokolade?"
"mama, warum isst du kein eis? aber das macht keinen spass!"
(das letzte war keine frage, weiss ich.)

 


Dienstag, 15. April 2014

die eierangelegenheit



 http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/bb/Critique_of_the_Theory_of_Evolution_Fig_039.jpg?uselang=de

das mit ostern ist ja so eine sache. ich hab da, genau wie mit weihnachten & co, so meine schwierigkeiten mit. dieses jahr hab ich mir die problemstellung: keine fast keine schokoladeneier (-hasen) vorgenommen. weil: so viel will der kleine begleiter nicht essen, so viel kann er gar nicht essen. das zeug schmeckt nicht. ist überteuert. und nachher wegschmeissen ist blöd.
wunderbarerweise kann man sich ja inspirieren lassen. hier also meine fünfeinhalb antworten auf die problemstellung (als absolute ausnahme sind diesmal produktempfehlungen dabei. die ja aber einem guten zweck und einem vielleicht allgemeinen interesse dienen.):

1. fülleier bemalen, bekleben, behübschen
via: philuko.





das war eine sehr unterhaltsame gelegenheit, die bastelpapier- und schnipselschublade mal zu durchforsten. herausgekommen ist ein kläglicher, "grafischer" versuch meinerseits (aber wenigstens: "sehr schön, mama!") und drei verrückte dinger. das füllpapier aus landkarten werden wir auch noch schaffen. bleibt bloss die frage: was kommt da rein, wenn nicht schokolade??

2. eier anzünden




kerzeneier kommen auf jeden fall ins gebüsch. diese kommt aus einem kerzenladen in der münchner innenstadt, den ich aus anderen gründen wohl kaum betreten hätte. und wenn wir sie gefunden haben, zünden wir abends ein licht an für den frühling, der uns so hell begrüsst.



3. eier vermalen



achtung, produktempfehlung (ohne getestet zu haben): die gabs hier. aber vielleicht kommt ja mal wieder jemand auf die idee? und selber machen geht ja immer.


4. noch mehr eier anmalen






wir suchen und finden bemalte holzeier. so schöne schaffen wir (noch) nicht. zuhause hängen wir sie gemeinsam an den fliederzweig, weil die forsythie schon verblüht ist.


5. wachsen lassen







kresseier siehe zum beispiel hier.

und dann erleben wir unser blaues wunder mit huhn.
frohes, schokoladenarmes, leckeres frühlingsfest euch!

Freitag, 14. März 2014

lavendeldruck



mme ulma hatte zum sonntag skizziert, und das musste über kurz oder lang aus der ideenschublade auf den werktisch wandern.

Dienstag, 11. Februar 2014

kind of art : sandzeichnung


noch ist es dienstag. sagt die beginnende nacht.
philuko hat vor kurzem etwas ganz feines gestartet: kinderkunst.

»Als ich so alt war, konnte ich malen wie Raphael.
Aber ich brauchte ein Leben lang um so zu malen wie die Kinder.«
(Pablo Picasso, nachdem er eine Ausstellung mit Kinderzeichnungen besucht hatte)
diese zeichnung des kleinen begleiters gibt es nicht mehr, wahrscheinlich gab es sie kaum länger als diesen einen nachmittag auf dem spielplatz. beinah ein halbes jahr her. und ich denke noch weiter zurück, an die anfänge hier, vor zwei jahren, als wir gemeinsam gemalt haben. inzwischen zeigt sich die gemeinsamkeit anders, aber sie wandert, bis hier her.




Donnerstag, 31. Oktober 2013

please mr. postman


http://delwedd.llgc.org.uk/delweddau/gch/gch08588.jpg?return_url=http%3a%2f%2fcat.llgc.org.uk%3a80%2fcgi-bin%2fgw%2fchameleon%3fhost%3dlocalhost%2b9901%2bDEFAULT%26search%3dKEYWORD%26function%3dCARDSCR%26u1%3d12101%26lng%3den%26t1%3d003368889
Geoff Charles / The National Library of Wales


earny hat übrigens grad was wichtiges gepostet: Phelina unterrichtet in irland wilde jungs und braucht post aus allen damen länder:

"Bitte schickt Postkarten.
Schreibt in einfachem Deutsch in gut lesbarer Schrift ein paar Sätze über Euch, Euer Leben, Job oder irgendetwas. Am schönsten wären Postkarten mit Einem Dorf oder einer Stadt darauf, dann kann ich das gleich mit ein bisschen Landeskunde verbinden. :)
Bei Interesse (wofür ich sehr dankbar wäre) meldet euch bei mir, dann gibts die Schuladresse mit allen nötigen Details, da ich nicht möchte, das die Jungs meine Privatadresse von den Karten ablesen können. Vielleicht gibts ja dann auch ein Postkarte zurück."
 eine postkarte ist fast so schnell geschrieben wie eine sms. also ab die post! unsere ist schon unterwegs...


Dienstag, 15. Oktober 2013

wachstumswerkstatt: tomaten



das war unsere tomate kurz vor dem kälteeinbruch. oder eher mittendrin. immer noch pflegte der kleine begleiter beim zähneputzen oder nach dem verrichten weniger erwähnenswerter tätigkeiten nach seiner tomatenpflanze zu schauen, ob nicht doch ein schimmer rot erscheinen würde. 
zum glück kam die liebe b. zu besuch, jetzt hab ich zwei geheimrateselsecken, wie grüne tomaten vielleicht gerettet werden können.



pflücken (ha, was für eine freude! endlich darf geerntet werden.) und in zeitungspapier (wichtig, kein anderes papier, grüne tomaten müssen sich offensichtlich reif lesen, etwa so wie löwenzahn, der mausbruder) gekuschelt in einer schublade ruhen lassen. sollte auch nur eine von ihnen nachreifen, werd ichs melden, klar.
der andere tip  kam dann von meiner barchefin: ganze tomatenpflanze auswurzeln und kopf über hängen. passt eher so in haushalte mit waschküche, keller, gartenhäuschen. natürlich bevorzugten wir die kuschelvariante, wie kleinen warmduscher.

drückt uns die daumen, bitte. wenns nach dem kleinen begleiter ginge, wär schon wieder dreimal frühjahr gewesen.


Montag, 12. August 2013

baumgeschichten



auch der wawra-naturkalender war wieder mit dabei: diesmal die bäume. eine andere variante zum baumspiel, das noch heimlich vor sich hin wächst.
wir haben nicht nur blätterchaos geordnet (bis auf hainbuche und rotbuche war das schnell erledigt), sondern auch auf birkenrinde geschrieben wie die heidehasen und uns vorgenommen, jetzt im august vogelbeeren für den winter zu sammeln. und die sache mit den buchstäbchen geht mir nicht mehr aus dem kopf...

Freitag, 2. August 2013

aufstehn mit der ringelblume

Extragroß:
Linnés Blumenuhr via manufaktum








so von wegen uhrzeit: bei gelegenheit werde ich das prinzip der chronobiologie nochmal nachlesen, fein säuberlich ordentlich (vielleicht im winter, dann wenn ich mir auch mein graswissen anlese und überhaupt alles andere). bis dahin finde ich die blumenuhr von Carl von Linné einfach nur ungeheuerlich verzaubernd.

Samstag, 27. Juli 2013

Dienstag, 16. Juli 2013

deghri messengers




bei den deghri messengers tut sich einiges: neulich fand ich drei hübsche buttons im briefkasten, für jeden rucksack einen.
es fehlen nur noch

33 tage und 1064 euro


und warum ich nochmal darüber schreibe, ist folgendermassen begründet: deghri messengers ist ein projekt eines freundes, also für mich grundsätzlich unterstützenswert. das gilt zwar offensichtlich nicht für allen und jeden. aber die tatsache, dass jemand ein projekt realisiert, dass so gar nicht dem lebensplan unserer bürokratisierten gesellschaft entspricht - nicht im ort, nicht in der art, nicht in der realisierungsform - ist für mich ein entscheidender beweis dafür, dass es anders geht, und dass anders notwendig ist. dieses fünkchen verrücktheit heisst bloss so, weil es eine normalität gibt, die vorgegeben wird, ohne dass sie eigentlich per se allem entsprechen muss. für mich ist dieses projekt ausserordentlich vernünftig. natürlich auch, weil es sich mit nachhaltigkeit und ökologischem verhalten (also ein schritt weiter als bewusstsein!) beschäftigt und beides versucht umzusetzen. ein weiterer schlagender grund, es als einen weiteren schritt in veränderte gegenwart zu unterstützen.

das alles reicht für mich aus, um mich für dieses projekt zu überzeugen - währenddessen die situation im libanon selbst vielleicht zweifel wecken könnte. aber auch hier: da matt kein europäischer missioniar aus dem vorletzten jahrhundert ist, endet ein solches projekt nicht mit der abwesenheit seines initiators. deghri messengers sind ein beiruter unternehmen, auch wenn ich wünschte, sie würden auch ab und zu nach berlin flitzen...


Mittwoch, 26. Juni 2013

was kommt auf den tisch?





als ob diese frage ständig wie ein bienchen in meinem ohr summen würde. nie, nie, niemals komme ich dazu, all das gesammelte auszuprobieren. also sammle ich weiter virtuell, und das gleich für die liebe b., an die ich irgendwie immer denken muss, wenn ich an genuss- und liebevolles zubereiten von nahrungsmitteln denke. und das hätte ich gerade SO nötig....



Irina hat vor noch gar nicht allzu langer zeit ihren blog wandercrush gestartet, es bestehen also noch chancen ALLES nachzukochen. so sieht ihr zeugs nämlich aus: lecker. und weitgereist.
auf der liste stehen insbesondere ihre hasselback potatoes und eine fattoush-salat-variante.





eat this poem von Nicole Gulotta ist mindestens ebenso verführerisch, hat noch ein paar kleine verlockende geschwister und trumpft halt mit zwei dingen die absolut lebensnotwendig sind... essen und lesen. gerne auch parallel.

sweet paul dürfte inzwischen den meisten ein begriff sein, die pinterest boards sind überfordernd und manches zu sweet in der masse, ABER: heftige vanilla cupcakes, die gar nicht nach cupcakes aussehen, dafür umso zwingender.

und falls mir die frischen kräuter in meinem paradiesischen garten fehlen sollten vielleicht, werde ich sie auf jeden fall nach dem vorbild des atlanta botanical garden anpflanzen (vielleicht auch mit gärtner inklusive).

bon appetit!

Dienstag, 18. Juni 2013

bildersammlung: pinterest und so


die linden blühn. der holler auch. macht alles frankreich-gedanken im kopf.
ja, hier ist grad weniger los, ansonsten dafür umso mehr.
im hintergrund arbeite ich an diversen erweiterungen, systematisierungen, strukturierungen. weiter denken. ab sofort sammle ich auf pinterest unsere gemachten sachen, neue ideen (o je) und, vor allem: bücher. für die kurzen. meine provisorische fast-food-variante einer kinderbibliothek. letztere dann irgendwann, wenn die technik und raum und zeit ausgereift ist zum blühen.

Dienstag, 11. Juni 2013

wachsen lassen: wildes zürich


 http://www.stadt-zuerich.ch/content/dam/stzh/ted/Deutsch/Ueber%20das%20Departement/Medienmitteilungen/2013/maerz/samenmischungen/130313_Samentueten_Packshot_quer.jpg

guckt euch das an, zürich ist für einmal sehr weit vorne:

"Weil der Blumenschmuck von Baumrabatten durch private Bepflanzungsaktionen einem Bedürfnis entspricht, hat Grün Stadt Zürich eine dafür geeigneten Samenmischung mehrjähriger Pflanzen zusammengestellt.
Die Mischungen heissen «Malven-Power» und «Wilde Blumen». Sie bestehen aus Inland-Ökotypen, die in der Schweiz gesammelt und vermehrt wurden. Die Pflanzen wachsen nicht allzu hoch, um die Sicht der Verkehrsteilnehmenden nicht zu behindern. Sie sind ausdauernd, schnittverträglich und ergeben ein abgestuftes Gesamtbild."

(klingt zwar wieder nach züri, ist aber immerhin offen für nicht-korrekte anwendungsweisen...)

und schön sind die tütchen auch, odr?

unsere erdkugeln liegen irgendwo in der berliner brachlandschaft. wir gucken öfter und lassen wachsen.

Mittwoch, 29. Mai 2013

wachstumswerkstatt: die sache mit dem messen


der mai geht dem ende zu, meinen kleinen begleiter einen monat lang regelmässig mit "darf ich dir mal was zeigen?" zu nerven, reicht aus. einen rückblick gibts morgen, und weiter gehts sowieso, denn das wachsen hört ja nicht plötzlich auf.

auf unserer liste stand: messen was das zeug hält. nun hab ich eine natürlich abneigung gegen die messbarkeit von allem und jedem, besonders wenn ich mich gerade mit der quantitativen messung von leistungen im bildungsbereich rumschlagen muss. darum ging es mir vordergründig darum, dem kleinen begleiter zu zeigen, wie beobachtet werden kann, verglichen, wie unterschiedlich gemessen werden kann, und vielleicht in die nähe von dem unterschied "grösser - kleiner" / "älter - jünger" zu kommen.
wir haben also bei jeder gelegenheit wege ausgemessen - wie viele schritte braucht der kleine begleiter, wie viel die grossen. wir haben bäume umarmt und an abgesägten baumstümpfen ringe gezählt. natürlich unendlich oft den kleinen begleiter an die messlatte gestellt. die tomatenpflanze eignete sich am besten, sie tatsächlich mit dem meterband abzumessen - irgendwann fing sie dann aber auch an, nicht mehr nur in die höhe, sondern auch ordentlich in die breite zu wachsen. läuft eben nicht immer alles linear...

meine montessori-stäbe hab ich bis jetzt nicht fertig bekommen. nichtsdestotrotz, gerade weil ich in den letzten beiträgen öfter mal die dame erwähnt hatte, möchte ich dazu noch was bemerken:
es scheint zwei montessori-schienen zu geben: einmal hat sie didaktische mittel, materialien gesammelt und in ein grösseres konzept von kindgerechten lernzusammenhängen gestellt. immer mehr wird das angewandt, als puzzleteile von vielen verschiedenen konzepten. berrypicking.
historisch gesehen hat sie sicherlich einiges losgetreten, was allerdings einige jahrhunderte vor ihr bereits auch schon mal alle so in etwa formuliert wurde, und gehört wird dann, was gehört werden will.
andererseits ist ihr eigenes denken geprägt von ihrer medizinischen, auch zeitgeprägten sicht auf den menschen: sie misst am "normalmenschen", und entwickelte diese bildungskonzepte in den kinderhäusern v.a. eben für nicht normale kinder, die wieder normal werden sollten. ihr hygiene-begriff, den sie vom körper auf die psyche umdeutet, ist mir ehrlich gesagt sehr suspekt, wenn nicht zuwider.

und doch hat sie eben, unter anderem, ein paar kriterien oder eckpunkte formuliert, die einleuchten oder vielleicht bloss sinnvoll wären, würde man sie sich ab und zu ins gedächtnis rufen:

kinder lernen durch wiederholung, und sind dabei nicht an vorstellungen von effizienz oder zielen gebunden. das bestätigt wohl die hirnforschung, noch so ein liebling von mir.
sie lernen nicht linear aufsteigend, sondern in kreisen, nach beziehungsmustern, ordnungen hatte ich bereits erwähnt, innerhalb von sogenannten aufmerksamkeitsfenstern.
das heisst, eine sache oder einen wissensbereich in verschiedenen zusammenhängen deutlich zu machen, ermöglicht ihnen die übertragung von gelerntem auf neues.
klingt irgendwie logisch, oder?
für die verwendung ihrer materialien (und ich würde das erweitern durch: alle das selbstständige lernen fördernde, sinnliche lernmaterialien) gelten die freie wahl der beschäftigungsart, freie wahl der zeit (also auch der dauer), des ortes und des partners durch das kind. das verlangt einen freien arbeitsort (für eine konzentrierte benutzung ohne ablenkung oder störung) und eine langsame, deutliche, wenig erklärende orientierung durch den partner. keine kontrolle.
die materialien sollten eine möglichkeit der eigenen fehlerkontrolle bieten (damit "fehler" eben keine fehler, keine verfehlungen sind, sondern ein schritt in die richtige richtung), sie sollten den zusammenhang zur umwelt ermöglichen, ... ach es gibt viele punkte.

die stäbe, zehn stück an der zahl, in zehn verschiedenen längen von 1 bis 10, ermöglichen das abmessen mit der hand (frage: welche hand? kinderhand oder erzieherinnenhand? männerhand oder frauenhand? dreijährige oder fünfjährige hand?) und dadurch eine begreifbare längenmessung, messung von verhältnissen, ordnen nach grösse (länge) oder räumliche anordnung oder das rechnen  ... da gibts mehr dazu.
ich werde davon vielleicht drei oder vier stäbe aus dicken ästen anfertigen. irgendwann.
und über den herbst möchte ich mir dann mehr zahlenmaterial und die gehördosen zusammenstellen.

denn das ist eigentlich das, was ich faszinierend finde an montessori-materialien: sobald man sich etwas länger damit beschäftigt, wird offensichtlich, dass es sammlungen sind aus dem realen leben, es sind griffe, isolationen von einzelheiten, die aber nicht allein stehen. sie haben etwas ätshtetisches und sind gleichzeitig so leicht zu hause umzusetzen (zumindest ein grossteil) mit wenig mitteln und viel fantasie.
jetzt würd emich bloss noch interessieren, ob es langzeituntersuchungen gibt, wie sehr so ein umgang mit der welt und ihren beziehungen geholfen hat - hinsichtlich schulvorbereitung und-erfahrung, aber auch hinsichtlich sonstiges leben.

dass dieser beitrag jetzt so gänzlich ohne belege und querverweise, auch wohin weiter gegangen werden könnte, daherkommt, ist mir zwar nicht recht, lässt sich aber grad nicht ändern. bloss: die frau liebe hat einiges schönes gefunden und selbst zusammengestellt. weniger theoretisch, aber anschaulich.
da gibts dann auch mehr bilder dazu.

Samstag, 25. Mai 2013

wachstumswerkstatt: luft, erde, wasser, licht



immer wieder haben wir uns bei streifzügen und gärtnerei gefragt: was braucht eine pflanze? (will heissen: ich hab den kleinen begleiter gefragt, drauf hingewiesen, gezeigt, erklärt)

also einmal beobachtung "am lebenden objekt", und dann ein paar versuche oder spielereien oder experimente mit den vier elementen, die jede pflanze braucht.

dabei haben uns des öfteren die vorschläge vom labbé-verlag weiter geholfen. und für weitere vorschläge bin ich jederzeit zu haben...

luft

natürlich haben wir pusteblumen-fallschirmchen gepustet was das zeug hält. auch die ahorn-propeller sind ein schönes beispiel dafür, dass manche pflanzen den wind benutzen, um ihre samen in die welt zu schicken.

hält man einen tischtennisball über einen fön, stellt den fön an und lässt den tischtennisball los, schwebt der ball in der luft. er wird dort gehalten durch den warmen luftstrom. wer ganz schnell die hand zwischen fön und ball durchfahren lässt, spürt die warme luft und schafft vielleicht, dass der ball trotzdem nicht fällt. (aber unser fön zuhause ist zum beispiel zu altersschwach und heizt den ball zu schnell auf. denn hat der ball die gleiche temperatur erreicht wie der luftstrom, fällt er.)


wasser

ob ich meinen kleinen begleiter jemals für pfützengesichter begeistern kann, bleibt offen. manchmal hab ich den eindruck, stadtregen ist einfach was anderes als landregen. während stadtregen bloss dazu führt, dass sich die menschheit am liebsten unter einem kissenberg verkriecht, ist der landregen lustig, abenteuer, egal, halt nass.

aber mit dem regen zusammen bilder malen ist eine lustige sache. wir haben mit schmierstiften wirres zeug gemalt und gerade dann den grossen platzregen verpasst. das feuchte blatt mussten wir wegen dem transport zusammenklappen. und als wir es wieder auseinander klappten, hatte der regen oh wunder viele kleine punkte auf beiden seiten verteilt.

von maria montessori gibt es ein paar übungen, zum beispiel mit wasser und erde: ich schütte in eine schüssel wasser und zuerst schauen wir zu, wie sich das wasser beruhigt. dann legt der kleine begleiter seine hände zu einer offenen schale zusammen und schliesst die augen. ich lasse einen tropfen wasser in seine handmuschel fallen und der kleine begleiter öffnet seine augen. gleiches lässt sich mit erde, oder sand machen. wer einen geduldigen begleiter hat, kann darüber sprechen, wie sich die einzelnen elemente angefühlt haben. und erzählen, dass sich so der regen für die pflanzen anfühlt.

den versuch, einer ulme beim wasserpumpen im frühjahr zu lauschen, müssen wir wohl auf nächstes jahr verschieben. ein einfaches stethoskop haben wir schon; das gibts für wenig beim grossen ramschladen mit e.




licht

was passiert, wenn eine pflanze kein licht bekommt? wir haben den versuch vom labbé-verlag begonnen und ein blatt unserer tomatenpflanze zwischen zwei pappstückchen geklebt. jetzt warten wir sieben tage lange und werden dann wahrscheinlich ein blasses blatt entdecken.




erde

erde lässt sich ja ständig beobachten beim buddeln und gärtnern. irgendwann würde ich gerne verschiedene erden zusammenstellen. für die weitere beobachtung der erde und was die pflanze darin so treibt haben wir die letzte unserer gesprossenen bohnen in einen zwar nicht sonderlich ästhetischen, dafür aber hoffentlich umso anschaulicheren "topf" gesetzt. bei gelegenheit fang ich uns noch einen regenwurm und quartier ihn ein. denn zur erde gehört, was darin lebt...





Mittwoch, 22. Mai 2013

wachstumswerkstatt: artenvielfalt



so weit das für einen dreijährigen begleiter möglich ist, bemühe ich mich ihm zu zeigen (also: zu demonstrieren, nicht zwingend zu erklären, vielleicht nur im nebenbei verwenden), dass blume nicht gleich blume und baum nicht gleich baum, vogel nicht gleich vogel und sogar biene nicht gleich biene ist: dass es eine vielfalt an möglichkeiten gibt. manchmal ist das sicherlich zu viel und übertrieben.

angefangen mit der fülle an ausgesätem und eingesetztem auf unserer fensterbank. mit meinem projekt, diesen frühling und sommer neue namen der blumen und gräser zu lernen. und natürlich: lokales allerlei in die samenbomben für triste flecken in der stadt.

ob aus denen wirklich was wächst, wird sich zeigen. wahrscheinlich müssen wir erst unsere rezeptur finden, auch wenn es anleitungen hier und überall sonst gibt. am ende wünschte ich mir, wir könnten alle bestandteile einer guten samenbombe aus der freien wildbahn zusammen sammeln: lehm, erde, saatgut und wasser. das wird ein projekt für die nächsten jahre.
ein nebenprojekt dazu, von dem ich mir fast noch mehr verspreche (samen in die hausfugen!) sind die seed pills von vanessa harden. aber wo zum teufel findet man solche biologisch komplett abbaubaren kapseln?

denn: spätestens seit ich dank gesine struck weiss, wie diese art der bepflanzung entstanden ist, hat sich zum vergnügen die verantwortung gesellt. c., der mir so fröhlich und begeistert von seinem keramikerton abgegeben hat, erzählte mir von seinem ersten eindruck, als er von paris nach berlin zog: eine grüne stadt, in der jahreszeiten sichtbar sind. (war vielleicht etwas dramatisiert, entspricht aber schon auch meinem eindruck zürich-berlin.)
jedenfalls, worauf ich hinaus will: neben allem anderen sollten wir dafür sorgen, dass sich die natur die stadt zurück erobert. und das wirft dann zumindest für mich wieder eine reihe weiterer fragen auf: wenn der städtische raum die ausgeburt unserer grundlegenden trennung von natur und kultur ist, und ihre vorläufige vermeintliche krönung, geht es dann beim urban gardening, beim guerilla gardening, beim balkon und beim schrebergarten nur um zivilisierte natur? oder worin besteht unsere sehnsucht nach nicht-städtischen räumen, nach fugen und unkraut und erde unter den nägeln? wie wild darf die wildheit sein und bleiben?

also sammle und beobachte ich hier und dort projekte unter dem banner der vielfalt.
vielfalt verkompliziert wenigstens immer.






zum beispiel insektenhotels (bilder aus dem prinzessinnengarten), auch hier in der schicken variante für den eigenen garten. der grosse begleiter meinte zwar, keine hausverwaltung würde das sinnvollerweise erlauben. also wieder: fremdflächen suchen. und die balance einer für alle beteiligten sinnvollen nachhaltigkeit.

auf der suche nach einem projekt, mit dem ich mein gesellschaftlich produziertes schlechtes gewissen auf sinnvolle weise beschwichtigen kann, ist mir letzte weihnachten mit den wachsmalstiften was untergekommen: mellifera, für "wesensgemässe haltung" von bienen. schön für den grossen begleiter, dass ich da gleich einen kleinen topf honig von "meinen" bienen bekommen habe. vielleicht überlege ich noch weiter, wie ich solitärbienen in der kaputten hauswand in unserem hof ansiedeln kann... jedenfalls werde ich das nächste mal dort auch saatgut für die samenbomben für die blühenden landschaften bestellen.

und: artenvielfalt in not, bzw. die normwut ist wieder unterwegs: eine kampagne gegen das vorhaben einer europäischen saatgutverordnung und für die vielfalt auch alter oder seltener gemüse- obst- und wasauchimmerarten. hier unterschreiben, auch wenns zahlenmässig schon reicht. (via schoenerwaerswennsschoenerwaer)

mehr gibts immer. immer her damit.

Dienstag, 14. Mai 2013

grossmütter, geschenke, bücher vom wachsenlassen





vor kurzem hatte ich bereits erwähnt, welches büchlein uns während der wachstumswerkstatt begleitet. heute will ich aus zwei gründen mehr davon erzählen:

vom grandma museum wollte ich eigentlich schon viel länger mal berichten. wieder so ein zufallsfund ist es ein ausserordentlich amüsantes und rührseliges beispiel von sammlung und katalogisierung - aber eben auch ein zeugnis für eine verbindung, die in der verdinglichung zwar gestalt annimmt, darüber hinaus aber von einer verbindung erzählt, die irgendwo zwischen liebe und geistigem erbe oft eine generation überspringt.

“For the last 28 years, my grandmother has given me objects from her life as gifts.... Over the course of my life my grandmother gave me hers through these gifts. We decided to catalogue these objects to capture a life over two generations, and the broader sentimentality of receiving gifts from a grandmother.”
Sarah Koik, doubledot cofounder/granddaughter

 dieses büchlein hole ich mindestens einmal im jahr hervor, wenn der winter zu lange dauert und meine sehnsucht nach wachstum und farbe wie die zweigspitzen kurz vor dem platzen ist. ich hatte vergessen, dass ich es von meiner grossmutter bekommen hatte. meine grossmutter, in deren garten ich als kind jedes jahr eine tüte voll zitronenmelisse geerntet habe. von deren garten aus wir mit gummistiefeln bewaffnet den hang hinunter rutschten, über den acker zum bächle und zur kleinen insel liefen. meine grossmutter, die mit über achzig jahren auch keine kaputte hüfte davon abhält, die rosen zu retten.

dieses büchlein ist immer noch erhältlich (jetzt in rot-weiss-gepunktet, wie's der mode entspricht). es ist kein kompendium, sondern eben ein grosses buch für kleine gärtner.

der andere grund, von diesem grossen buch zu erzählen ist der: ich wollte so gerne eine im ansatz unvollständige aber vielfältige, dicke liste zusammenstellen, was die gärtnernden begleiter in ihrer bibliothek suchen und finden könnten. aber es geht einfach nicht, dafür ist jetzt keine zeit. darum hier nur einige vereinzelte hinweise, noch unvollständiger und unsystematischer und vielleicht irgendwann ergänzt und ausgewachsen:

Iela Mari: Ein Baum geht durch das Jahr, Moritz Verlag 2007
sämtliches von Irmgard Lucht
Anne Möller : Über Land und durch die Luft, Atlantis Verlag (meine persönliche Entdeckung was die verwischende Grenze zwischen Sach- und Erzählbuch angeht)

Lars Klinting: Mein kleines Baumbuch, Oetinger Verlag 1991
Gerda Muller: Ein Garten für Kinder in der Stadt, Ravensburg 1988
die dürfen auch nicht fehlen: Sibylle von Olfers: Etwas von den Wurzelkindern, von annodazumal gereprinted...

für die grösseren der klassiker:
frances hodgson burnett: der geheime garten, beispielsweise in dieser ausgabe

das kommt auf meine wunschliste:
Parastu Karimi: Unser Garten - mitten in der Stadt, Atlantis Verlag 2013



und nicht zu vergessen, das brevarium für alle guerilla gardener, wildpflanzer und träumer:
maurice druon: tistou mit dem grünen daumen, mit dem ich letztes jahr den sommer gefeiert hab.


 jetzt hab ich bestimmt alle vergessen. vielleicht fällt euch noch was ein?

Samstag, 11. Mai 2013

deghri messengers




heute möcht ich euch gern ein projekt vorstellen, an dass ich diese tage (und bestimmt noch ein weilchen) viel denke: matt ist der begleiter meiner fernwehschwester und mindestens ebenso fernwehinfiziert, denn er startet gerade beiruts ersten fahrradkurierdienst!

"'Deghri' meint im libanesischen Dialekt sowohl 'gerade aus' als auch 'sofort'. Unsere Kuriere werden einen schnellen, kundenfreundlichen, professionellen Dienst anbieten, der eine umweltfreundliche Alternative zu den üblichen, motorisierten Lieferungsmethoden darstellt.

Gleichzeitig möchten wir mit positivem Beispiel vorangehen und die wachsende Bewegung für nachhaltigen Transport im Libanon mit diesem Projekt unterstützen.
Unsere tägliche Präsenz auf den Strassen soll die Leute dazu ermutigen, ihr Auto zuhause zu lassen und aufs Velo zu steigen."
 ganz ehrlich: ein wenig verrückt ist das schon - zum glück... ein paar mehr von solchen verrückten braucht die welt.
das ist die facebookseite von deghri messengers, hier könnt ihr matt & co tatkräftig unterstützen und hier ist das erste videöchen dazu - on your bikes! berlin ist (zumindest ein bisserl) erobert.

Donnerstag, 2. Mai 2013

wachstumswerkstatt im mai






nach dem schneckenmonat folgt unser nächstes projekt, was zwar sicherlich länger dauern wird als einen monat mai. trotzdem ist der wohl der frühlingsmonat schlechthin, und da kann wachsen gelassen werden, was das zeug hält.
die prinzessinnengärten sind eröffnet, die ersten säh-projekte gabs bereits zu ostern. hier ist unsere endlos ausufernde liste für alles, was wir in unserer wachstums-werkstatt anstellen wollen, und wovon ich hier und da berichten werde:

- eine avocado aus einem kern ziehen
- aus zitruskernen etwas wachsen lassen
- unsere geschenkte tomate hegen und pflegen
- salat oder ähnliches pflanzen
- schattenpflanzen und gräser wachsen lassen
- seed bombing
- solar fotopapier-fotografieren mit farnen und anderen grafischen pflanzen
- das baumspiel weiter ausstatten
- gänseblümchen beim wachwerden und schlafen gehen beobachten: der tagesablauf einer pflanze
- vogelfutter keimen lassen und weiter verfüttern
- eine kleine kastanie aus dem hof wachsen lassen
- messen was das zeug hält: mit meterband, montessori-stäben, mit händen, füssen, ganzkörper, fäden, sich selbst, die anderen, tiere, bäume, pflanzen auf dem fenstersims
- die elementaren bedürfnisse von pflanzen erkunden: licht, wasser und erde
- ein werkstatt-tagebuch zur beobachtung des wachsens
...

auf dass es euch unterhalten und inspirieren möge.

Montag, 29. April 2013

schnecken XI bis ...




auf unserer inneren schneckenliste stehen noch folgende pläne, die hier bereits verraten sein sollen. nicht immer passt alles in den inneren und/oder äusseren plan.

> aus all den gesammelten leeren schneckenhäusern eine häuserwand bekleben, ein grosses schneckenhaus, eine langsame kolonie wand an wand.
> wasserschnecken suchen (und finden): viel häufiger, viel zahlreicher, viel variantenreicher. in miniform bereits möglich nur mit einer alge im grossen wasserglas.
> schneckenschleimschrift nachmischen und schreiben was das zeug hält: rettet den wal!
> die elementaren formen der schnecke erkunden: kreis, spirale, linie.

edit: (es ist noch was dazu gekommen)
- street art schnecken
- verkleiden
- natürlich, fast vergessen: schnecken backen!