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Freitag, 2. Mai 2014

katapultierte löwenzähne fliegen im hubschrauber durch den kleistpark

kennt ihr claudia scholl? ihren karton-zauber? der liegt auch bei mir im regal, oder hat sich bereits ausgebreitet auf diverse regale, und die inneren ideenschubladen sowieso. als wir heute wieder so ein leckeres eis in der elßholzstrasse geschleckt haben, fiel mir wiederholt eine "neue" druckwerkstatt auf und jetzt hab ich, google sei dank, das rätsel gelöst: neu stimmt gar nicht, claudia scholl und anne kanis haben ihre werkstatt für karton & druck bereits vor einiger zeit eröffnet. der kleine begleiter und ich waren uns einig, dass ich da mal anrufen werde.
aber wir sind auch gnadenlos, wir "klauen" uns ideen aus dem schaufenster und warten nicht. wir haben einen furchtbar kreativen tag verbracht und draussen im park gebastelt, nachdem wir unser persönliches bastelkit in den rucksack gestopft haben:


länger schon in der ideenschublade befindet sich ein katapult, allein schon das wort erfreut sich grosser beliebtheit. ausserdem ist es grosses thema bei löwenzahn und seidenpfote, für die ich janosch gerade wieder sehr verehre, mal wieder, schon wieder, egal.




es wurden also parallel gleich zwei kits verarbeitet, mit viel tape und pünktchen, auch wie immer. neben dem katapult aus bastelstäbchen (wir sammeln strohhalme, aber keine eisstiele) sollte es ein "mama, wie hiess das nochmal?" - "helikopter" (da hat frau den salat, wenn sie immer nur hubschrauber sagt, und wo ist da eigentlich der unterschied? da frag ich mal meinen grossen kleinen bruder.) werden. mit landeplatz. ehrlich gesagt, ich weiss ja nicht, wie die konstruktion im kit von frau scholl geplant war, aber unsere propeller-befestigung braucht nochmal technische überholphasen. vielleicht sind wir morgen bereits schlauer.



unser model ist übrigens fridolin, für den wir auch schon geburtstag gefeiert haben. was für ein segen für so eine ü-ei-figur. die sollte sich mal was bei denken.

jedenfalls, was wir gebraucht haben:
pappe für den landeplatz und etwas dünnere für die propellerblätter und die füsse
streichholzschachtel
zahnstocher
knete zur inneren befestigung des propellerstabes
tape, klebchen, ...
eine schere.



wenn mensch dann keine lust mehr hat auf fridolin, oder wieder mal die frage hören möchte "wo ist eigentlich fridolin?" mit anschliessender wohnungsweiten suche, dann nehme mensch das katapult und entledige sich kleiner kreaturen. es funktioniert prächtig. 
material:

9 stäbchen
1 flaschendeckel
5-6 gummis (doppelt hält bzw. spannt besser)
sekundenkleber

weitere fragen des tages:
"mama, warum heisst der kleistpark eigentlich kleistpark?"
"mama, wie macht man schokolade?"
"mama, warum isst du kein eis? aber das macht keinen spass!"
(das letzte war keine frage, weiss ich.)

 


Samstag, 5. Oktober 2013

wieder raus





ob heimat oder ferne, eines zur speisung und eines, damit man sich freut, das eine ist hier und das andere in grossen lettern, gesperrt und fett als versprechen unten aufm parkplatz. kleine ausflüge in die nähere sich noch immer neu anfühlende heimat  (verflucht, bin ich froh, in berlin angekommen sein, vor genau vier jahren). die krumme lanke macht grade blicke ins weite, auch an menschenprallen feiertagen. sonne aus dem eiskalten wind saugen. schnecken essen, schoko (nutella!) für den kleinen begleiter, ich lass das erste glas johannisgelee ploppen für die roten. der waldboden gedeckt mit eicheln, knusprig-weich. aus dem see fischt der kleine begleiter, manchmal tiger, manchmal bär, rinden-fische und zweig-forellen, hast du davon noch nie gehört? 

vor einem jahr im winter war ich mal in naugarten, also hier. alleine. war das schön. wildes brandenburg, so wiedersprüchlich das klingt, es ist mir immer noch lieber als weiter südlich, zumindest was dort unter 800 höhenmetern liegt.

und mit etwas schnecken- und gurkenhilfe wurden der kleine begleiter und ein schwan noch freunde. was bestechung so alles ausrichten kann...

Freitag, 23. August 2013

auf den spuren der schwarzen katze






und es geht weiter mit den sachen aus der küche.
über das wort sachen sollte ich auch mal was nachlesen.
so wie ich das gestern nach während (ach, digitale unart!) einem gespräch getan habe über das wort >hausfrau<, das zwischen abschätzigkeit und vom patriarchat eingerichteter monarchin schwankt. wohin es sich wohl entscheidet? viel gewandert sind die frouwen ja.

das thema heimat (heimet) verfolgt mich ein bisserl. hier und da. beziehungsweise das wort zuhause, und so ganz ist die beziehung dazwischen nicht aufzulösen.
immer muss ich an rose ausländer denken, bei diesen worten. die zuhause war in ihrer sprache, und schreiben hiess überleben. oder an mascha kaleko, die sich ebenso einrichtete in ihrer sprache, und entwurzelt dadurch vereinsamt ist. eine heldin in ihrer verdichteten sprache, unbeachtet in der konversationssprache.
an all die exilanten, an all die wortkünstler, die in vielen sprachen zuhause, immer flüssig waren.
heimat kann wachsen, heimat kann sterben. zuhause kann wandern.

zwetschgenwähe ist ein mitbringsel aus dem land, das ich noch ungern meine heimat, aber gern meine prägung nenne. die früchte aus einem kleinen, mir so lieben garten. das rezept aus dem buch, das in der schweiz hausfrauen und -männer erzieht (zumindest im kleinen).

für den teig:
150 g mehl // ein halber kaffeelöffel salz // 50 g kalte butter eigentlich sorgfältig verreiben... oder mixen. // 4-5 el kaltes wasser dazu und alles wieder "sorgfältig" zusammenfügen. eine halbe stunde an der kälte in ruhe lassen.
...
auf dem teigboden (24-26 cm durchmesser in der form) 1 el gemahlene nüsse verteilen. vorbereitete früchte kreiseln lassen. bei 250° fast oder eine ganze halbe stunde im ofen backen. nach der hälfte der backzeit (also lieber etwas früher) einen guss aus 1 dl milch, einem ei und 1 el zucker darüber giessen.

und dann le pat du chat noir... manchmal fühlt sich fernwehsehnsucht sehr nach heimat an.

und wer noch mehr der sprache auf karten nachfahrn will, die schaue hier.



Montag, 19. August 2013

blaubeeren für später


ja, man kann sie kaufen. dann erspart man sich sauerei und kleckserei in der küche, gläser sammeln übers jahr, beeren pflücken und werweissnochwas.
man erspart sich aber auch den warmen, runden duft, der von der küche durch die wohnung zieht, vollgesogen mit süsse, frucht und sommer. man erspart sich den moment des öffnens, das leise ploppen, wenn ein stück sommer in den herbstwinter einzieht. man erspart sich die bunten finger, den holzlöffel in der sämigen suppe, die fingerspitze im mund, das gar nicht heimliche naschen und den stolz, wieder ein körbchen nach hause zu tragen und ein volles glas aufzureihen.
also ganz klare rechnung. odr? marmelade kochen im sommer muss sein.

(diese hier besteht aus 70 % frucht, nach diesem vorbild.)

Sonntag, 18. August 2013

das glück von oben



ab und zu bequemt sich das glück, ein stockwerk tiefer zu steigen und an der tür zu klingeln. es trägt kochmütze und schürze (und verrückte pantoffeln) und hält in der hand einen teller mit pfannkuchen. was das glück vielleicht weiss: in der küche warten zimt, zucker und eien handvoll blaubeeren, und gegen einen solchen morgen kann kein tag was ausrichten.

Donnerstag, 15. August 2013

heidelbeertarte






am liebsten schmeckts mit den kleinen wilden heidelbeeren (und es sieht auch am lustigsten aus, nach so einem vornehmen picknicker-tarte-genüsschen). und es ist der absolut schnellste schummelkuchen, den ich im inneren kochbuch hab. und es ist mein allererster selber aus erfahrung ausgedachter. (beim backen ists wie beim theater: es gibt einfach nix neues mehr. darum gehts aber auch nich.)


ca 250 g frischkäse (philadelphia am liebsten) und 1 ei  mischen


9 teelöffel zucker, 1 teelöffel vanillezucker dazu



die schale einer 1 limette (wahlweise zitrone, dann aber etwas weniger) dazu raffeln

weils dem kleinen begleiter zu laut ist, hab ich mir das rühren mit anderen handgeräten angewöhnt: eine gabel zum beispiel. 
einen fertigblätterteig in einer tarteform ausbreiten. pieksen. teigmasse darüber verteilen, etwas schütteln für die glätte. beeren drauf. grosszügig sein.
bei ca. 180 grad in den ofen, maximal 30 minuten. dann aber lieber noch 2 stunden in den kühlschrank (sonst: warm löffeln, der teigboden hält nicht stand).

Sonntag, 2. Juni 2013

wachstumswerken: zweierlei gebackenes




was tun an einem novembertag im juni?
eher: was tun an einem sonntag? natürlich, backen, für draussen und drinnen:

1. morgens früh um achte, schokoladenküchlein à la tante martha. mit etwas weniger zucker, 50 gramm mehl mit grob gemahlenen mandeln ersetzt und zwei sorten schokolade (staub und geschmolzen nach gefühl). der kleine begleiter kann sich einen tag lang von sowas ernähren. ich bin bloss zu unvernünftig dafür.

2. abends spät um achte: erdkugeln nennt er sie jetzt. hier drehen wir die arbeitsaufteilung um: er misst ab, ich mische. ein teil samen, zwei teile erde, ein viertel teil ton. draussen ist bestes kugelwetter...

und das schöne wetter kommt, bestimmt. wenn wir nur genügend lang drüber reden.

Samstag, 22. Dezember 2012

shortbread



nein, ich kann noch nicht. die flocken schweben wieder, endlich, und die abschiedsworte flocken auch schon überall (so sehnsuchtsschön: alma, matimuk und mari). heute morgen von einem flüstern ganz nah am ohr geweckt und gedacht: warum bin früher manchmal so gerne ganz früh mit dem kleinen begleiter aus dem bett geklettert? aus diesem warmen, dampfenden, weichen berg aus ruhe?
weil in der küche mehl, zucker, butter, manchmal eier warteten. und ein warmer ofen. weil ein sonntag auf sein süss wartete. heute ist zwar samstag, und die tage sind allesamt süss bis unter die schneewolken. aber heute bin ich mit dem weltbesten shortbread wieder federleichter dem tag entgegen geschaukelt. danke, kleiner begleiter-bäcker.

250 g butter schmelzen, mit 125 g zucker und zwei prisen salz aufrühren (mit dem holzlöffel! ja echt!), bis alles hell und voller luftblasen cremt. dann 250 g mehl einsieben, verrühren, 125 g grieß verrühren, schokostückchen naschen einstreuen und unterrühren, lavendel darunter krümeln. auf ein blech drücken, etwa 2 cm dick. im vorgewärmten, 150 grad warmen ofen 40 minuten backen, goldgelb.

Montag, 4. Juni 2012

pitschi und pie


wie sich gefreut werden kann über die ersten 500, während die ersten 1000 untergehn zwischen fahrradfahren durch die stadt, beinah täglich kreuz und quer, zwischen zeilen voller ismen und dann auch nur sehr begrenzt da ankommen, wo der grosse und der kleine begleiter ihren platz in der zeit beanspruchen. ich hab sogar eine innere liste für all das, was ich hier noch zeigen könnte. aber es soll auch nicht auf hohem niveau gemeckert werden. ab morgen gibts täglich ein stückchen theaterwelt. ein stückchen von mir.

das rezept für diese abwandlung im höchsten masse war auch eine längere geburt: es stammt aus dem wendepunkt-kochbuch: 580 fleischlose rezepte und 420 speisezettel, ausgewählt, durchgearbeitet und zusammengestellt von berta brupbacher-bircher, vorsteherin von dr. bircher-benners sanatorium, 32. auflage, zürich ca 1952. dr. bircher-benner* ist vor allem bekannt für: das birchermüesli. dieses wendepunktkochbuch gehört schon seit geraumer zeit zu meiner sammlung von älteren büchern. am schönsten sind eigentlich die rezepte für käsebrötchen, oder schnittlauchbrötchen.
am sonntag wars dann doch nr. 527 quarkkuchen, umgewandelt zum yoghurtkuchen:
das schönste dran war der punkt "geriebener teig" - mit dem kleinen begleiter haben wir tatsächlich einen mürbeteig ohne mixer gerieben, butter und mehl zwischen handflächen.
dann: 125 g joghurt, 20 g mehl, 15 g butter, 35 g zucker, 1 ei, 2 dl milch, 1 messerspitze zimt, schale einer halben zitrone, etwas salz, eine handvoll blaubeeren.
mehl in der butter andämpfen, kochende milch unterrühren rühren rühren, alles rein damit. teig blind backen. füllung eingiessen, blaubeeren einsinken lassen, ich hab grad das gefühl, ich hätte das grad eben erst geschrieben, ca. 30 min backen im "ziemlich heissen ofen", kalt stellen machts leckerer.

ich liebe blaubeeren. aber frischer noch lieber.

den falschen jasmin hab ich dem tiergarten geklaut.

der hat mir heute morgen um halb 8 8 hasen dafür geschenkt.

und überall wachen kleine leben auf.


Pitschi: Das Kätzchen, das immer etwas anderes wollte. Eine traurige Geschichte, die aber gut aufhört allein dieser untertitel hat mich geprägt. pitschi ist jetzt mama geworden, jenseits der alpen*.