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Sonntag, 12. Oktober 2014

tiergarten

der tiergarten ist ein garten und kein wald. obwohl ich wenig so vermisse an täglichem wie die radstrecke durch diesen künstlichen wald mit geschichte. einmal habe ich zu semesterzeiten über den tiergarten als ordnungssystem gesprochen. denn ein wald folgt seinen eigenen regeln, die von besuchern, försterinnen und anderem menschlichen zwar umgrenzt, überschritten und begriffen sein möchten. der tiergarten unterliegt den menschlichen ordnungskriterien. 
was ihn nur ein klein wenig weniger zur erholungsinsel in der stadt macht.



wenn auf einmal die vision von "wilden tieren" wie ein duft real in die nase steigt, kann sogar die baumgruppe im tiergarten zum "grossen wald" werden.



und wenn wir im tiergarten genügend spuren - ordnungsspuren - von "wilden tieren" gefunden haben, ändern wir unsere blickrichtung und bauen waldhütten für winzlinge. und dann wird die baumgruppe zum fundort von allerlei, was winzlinge brauchen. kaffeemaschinen, also, eichelhütchen zum beispiel.


Donnerstag, 13. März 2014

spielen und leben







ich glaube, ich hatte das schon mal erwähnt, dass mir die phantasie auf spielplätzen immer ziemlich schnell abhanden kommt. es ist, zumindest aus meiner perspektive, einfach alles schon funktional zugewiesen, und die geschichten, die die kurzen um ihr spiel winden, sind nicht mehr meine, oder fliegen mir nicht mehr zu. leichter geht das im "wilden", offenen raum, der beweglicher ist, wandelbarer, und auch nicht auf einem schreibtisch in blaupause entworfen worden ist. manchmal aber sind der kleine begleiter und ich entdeckende und finden sogar was auf spielplätzen. die vorstellung, dass der ganze haufen unter dem klettergerüst aus höhlen und gängen besteht, ein riesiges rhizom an wohnungen für noch kleinere. die faszination der spur: etwas sichtbares für etwas unsichtbares. dabei die frage, wie für den kleinen begleiter, der mit seinen vier jahren noch lange nicht das grosse ganze, sondern wahrscheinlich nur all die dunklen löcher sieht, irgendwie vorstellbar oder sogar erlebbar werden könnte, was hinter diesen eingängen liegt... und am ende steht die eine tunnel-, höhlen- und kletterkonstruktion eben auf der anderen, im massstab verschieden, und in der funktion: für die einen zum spielen, für die andern zum leben.

EDIT: grad schickt mir meine fernweh-schwester diesen artikel: allein im wald das war einmal

Freitag, 28. Februar 2014

folge den spuren der vögel





letzte aufgaben für den kleinen begleiter: im zimmer waren spuren vier verschiedener tiere verteilt. wir suchten die vogelspur, folgten ihr und kamen zum vogelhäuschen. die letzten beeren, eckern, nüsse und mohnsamen schmiss der kleine begleiter durchs fenster in den hof. und dann wurde das vogelhäuschen wieder eingeräumt (und damit auch platz dafür ist, der fahrradkorb wieder rausgeholt.. aber dazu wann anders). also ein grosses, zerfleddertes projekt beendet. den platz, den wir im winter den vögeln anbieten, brauchen bald wieder für unser fensterbeet...

die allerletzte aufgabe ist eigentlich freiwillig: aber vielleicht versuchen wir ja tatsächlich, ein "echtes" vogelnest zu weben, aus weiden- und anderen zweigen, ein paar daunenfedern, etwas moos... oder einfach aus all unseren bettdecken.

Samstag, 1. Februar 2014

wintervögel VI: spuren im schnee


falls es jemand erkennen kann: eine vogelspur im schnee, entdeckt neben der rutsche vor der kita. nach den post-kita-parties der kurzen auf dem verschneiten spielplatz finden also offensichtlich noch weitere parties statt. klar, der eine oder andere krümel wird schon zu finden sein.
im strand hatten wir sogar reh- und hasenspuren entdeckt.
aber diese spur ist noch etwas anderes, eine gute gelegenheit um euch etwas zu erzählen, was mich zu einem gespannten regenschirm und einem honigkuchenpferd werden lässt: dem kleinen begleiter hatte ich nach unserer weit über die frühlings- und sommermonate hinausgehenden wachstumswerkstatt versprochen, für das kommende frühjahr ein beet aufzutreiben. und im spätherbst ging das auf einmal viel schneller als erwartet: sobald der boden wieder was aufnehmen kann, werden wir im gemeinschaftsgarten an der kluckstrasse mit den zwei wunderbaren gärtnerinnen Gabi und Julia unsere finger dreckig machen. und davon werd ich wieder berichten, hier und dort, und ich freu mich riesig, dieses jahr furchtbar viel über das wachsenlassen zu lernen.

Mittwoch, 10. April 2013

schnecken I




in der kita sind gerade schnecken in vorbereitung (herrlich, was für ein romantisches frühlingsthema. aber ich hatte auch mal mein vorratsglas voller schnecken aufm balkon...) , und da fällt uns natürlich so einiges ein. als erstes: schnecken suchen. oder wenigstens: bei der kälte die überreste von schnecken, die den winter nicht geschafft haben.
anfang winter fragte A., ein freund des kleinen begleiters, wie eigentlich nacktschnecken überwintern. wenn man sich das genauer überlegt, finde ich es schon erstaunlich, dass so glibberige kleine viecher in der erde wochenlange, eisige kälte überstehen und älter werden als ein jahr. aber es ist tatsächlich so: hausschnecken packen sich ein und verschliessen ihr haus, versteckt unter laub und wurzeln. nacktschnecken kriechen tiefer in die erde. 
die häuser, die wir heute gefunden haben, waren schon ganz leicht und weiss. bis auf das eine, das wir in ruhe gelassen haben. da wacht hoffentlich noch jemand auf.


Freitag, 14. September 2012

spuren


hinterlassen und wiederfinden, ganz leichte feine so im neuschnee oder im terminkalender. mein brüderchen hat grad schulthema fuchs. ich denke sofort an: tomte und der fuchs. der findefuchs. die pippilothek. und: spuren suchen. und wieder: ein sammelalbum für kleine naturbegleiter. welches holz eignet sich zum schnitzen, welches zum feuern, welches gras ist biegsam zum flechten, wie geht die grasharfe und wie heissen all die bäume am strassenrand. dagegen ist das heute schnell zusammengezeichnete kartenset aus vier spuren naja, ein anfang. aber ein anfang ist besser als nüschte, oder?**




**das ist ein echter berlin-schweizerdeutscher satz! wer erkennt warum?